23.04.2016

Landesjägertag 2016 - MILAK Wr. Neustadt

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70. Landesjägertag 2016 in Wiener Neustadt:

Bilanz und strategische Neuausrichtung für die Jagdzukunft in Niederösterreich

 

„Wir müssen immer bedenken, dass jedes ganz persönliche Handeln jeder Jägerin und jedes Jägers immer alle 35.000 Jägerinnen und Jäger in NÖ trifft – ob im Revier oder außerhalb des Reviers. Nachhaltig, weidgerecht und mit dem Blick auf das Ganze – nicht nur auf unsere persönliche Situation und auf die private Strecke – müssen wir jagen“. Mit diesem Aufruf schloss der niederösterreichische LJM DI Josef Pröll den formellen Teil des 70. Landesjägertages 2016, der am 23. April in Wiener Neustadt stattfand.

 

Wiener Neustadt, 23. April 2016: Bereits zum 4. Mal trafen sich am Samstag niederösterreichische Jägerinnen und Jäger beim 70. NÖ Landesjägertag in Wiener Neustadt, um gemeinsam Bilanz über das vergangene Verbands- und Jagdjahr zu ziehen und die kommenden Herausforderungen für die Jagd in Niederösterreich zu diskutieren. Im Mittelpunkt des Landesjägertages standen neben rein jagdlichen Themen aber auch neue Strategien, die den Landesjagdverband für die Zukunft fit machen sollen.

 

Jagd in NÖ: politisch, kulturell und sozial gut verankert

„Die Jagd ist in NÖ politisch, kulturell und sozial gut verankert und arbeitet mit allen wichtigen Institutionen und Interessenvertretungen konstruktiv, sachorientiert, transparent und von gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung getragen – sohin traditionell gut – zusammen“, dankte LJM Pröll eingangs allen niederösterreichischen Institutionen, der Exekutive, den Interessenvertretungen und sämtlichen Partnern, allen voran dem NÖ Agrar- und Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf.

 

Zur aktuellen Diskussion über Freizeitverhalten im Wald mahnte LJM Pröll nachdrücklich Akzeptanz und Respekt von der breiten Öffentlichkeit ein. Die Jagd gehe in Österreich vom Grundeigentum aus und das müsse auch so bleiben. Auch die Tatsache, dass nahezu alle Genossenschaftsjagdgebiete von den ansässigen Jägerinnen und Jägern bejagt werden, weise in die Richtung eines echten sozialen Friedens in NÖ. „Wir Jäger jagen „zu Hause“. Das ist für die Wertschätzung des Jagdausübungsrechtes ganz wichtig. Nur ein Schulterschluss der Jäger mit den Grundeigentümern und mit den Waldeigentümern kann das bewahren“, deponierte Pröll den Standpunkt der NÖ Jäger in Bezug auf die heftig diskutierte unbeschränkte Freizeitnutzung von Waldgebieten – etwa von Forststraßen. Relevant sei in diesem Zusammenhang auch die enge Zusammenarbeit der Jäger mit den Landwirten. „Jagd ohne Lebensraum ist Jagd ohne Zuwachs – und Jagd ohne Zuwachs gibt es nicht. Nur durch gemeinsames Handeln im gemeinsamen Interesse können wir die Kompetenz im Lebensraum unseres Wildes behalten“.

 

Neue Kommunikationswege für jagdliche Belange

2015 sei ein Jahr ereignisreiches Jahr der umfangreichen Neuausrichtung im Niederösterreichischen Landesjagdverband gewesen, sagte LJM Pröll. „Im Vordergrund stand vor allem das Thema Modernisierung der internen und externen Kommunikation. Hier haben wir uns mit umfangreichen Maßnahmen wie dem kompletten Relaunch der Verbandszeitschrift Österreichs Weidwerk, der gezielten Bespielung neuer Medien wie dem Internet-Sender „Jagd & Natur TV“, aber auch dem Social Media Bereich der Jagd-Blogs und Jagd-Portale und einem neuen Newsletterformat für neue und rasche Kommunikationswege entschieden, die es neben der klassischen Kommunikation mit traditionell bewährten Medienpartnern effizient auszubauen gelte. Nur so können die Belange der Jagd an eine breitere Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ebenso lässt sich so auch ein interner Informationsfluss, z.B. im Bereich Sicherheit, besser koordinieren“, kündigte Pröll an.

 

Aktuelle Waffenrechtsdebatte kontraproduktiv für die Jäger

„Die aktuelle Waffenrechtsdebatte auf EU-Ebene mit der Ausrichtung „Verschärfung des europäischen Waffenrechts aus Gründen der Bekämpfung des Terrorismus und des illegalen Waffenhandels“ sei ein Prüfstein und eine Herausforderung“, ging LJM Pröll auf einen weiteren Diskussionspunkt ein. Vor allem Jäger, Sportschützen oder Traditionsschützen – und nicht die Terroristen – seien von der EU-Regulierungswut betroffen und dürften keine faulen Kompromisse akzeptieren. Bestes Beispiel sei der Entscheid des Verwaltungsgerichtshofs aus 2015, der den „Waffenpass für Jäger“ auf Eis gelegt habe. „In langen Verhandlungen scheint eine Lösung für uns Jägerinnen und Jäger in Sicht – um wieder legal Schusswaffen der Kategorie B bei der Jagd benützen und führen zu dürfen. Nachsucher und Hundeführer werden diese „Sanierung“ des Waffengesetzes jedenfalls dringend benötigen“, zeigte sich LJM Pröll kämpferisch für die Belange der Jagd.

 

Erfolgreiche Strecke bei allen Wildarten

Rehwild – die Hauptwildart der NÖ Jager– verzeichnete einen 3%igen Anstieg, von  72.236  Stück auf 74.656  Stück, zogen die Landesjägermeister Stellvertreter Werner Spinka, Albin Haidl und Rupert Gruber gemeinsam Bilanz.

 

Ein Plus von 3 % konnte auch beim Rotwild mit 8.716 Abschüssen verzeichnet werden. Auch Gamswild entwickle sich, wenn auch in geringeren Stückzahlen, nach langer Zeit mit 1.315 erlegten Stücken wieder leicht positiv.

Einen auch wetterbedingten Mini-Zuwachs von 1% erreichte die Schwarzwildstrecke mit 20.679 Stück. „Eine im Sinne der Landwirtschaft nötige, größere Strecke könnte aber nur bei „Witterungsglück (Schnee im November und Dezember)“ und gleichzeitig bei konsequenter Ausschöpfung aller gesetzlich erlaubten Möglichkeiten erzielt werden“, waren sich die Experten einig.

 

Das Niederwild-Tief des Jahres 2013 konnte jedenfalls erneut – nach positiven Trends 2014 – abgefangen werden. Mit  66.213  Feldhasen, 25.243 Fasanen und  691  Rebhühnern konnten die niederösterreichischen Jäger mit der Niederwild-Strecke 2015 zufrieden sein.

Erfolgreich war auch die Beutegreiferbejagung. 22.721 erlegte oder gefangene Füchse, die gemeinsam mit anderen Beutegreifern auf den Niederwildbesatz Einfluss nehmen, konnten die niederösterreichischen Jäger 2015 erbeuten.

 

Der mit einer Eustachiusmesse in der St. Georgs-Kathedrale, die die Breitenfurter Jagdhornbläser unter Landeshornmeister Prof. Johann Hayden feierlich gestalteten, eröffnete 70. Landesjägertrag 2016 schloss nach der Vollversammlung, einem Mittagessen mit Wild aus der Region und einem anschließenden umfangreichen Rahmenprogramm mit der Verabschiedung durch alle während des Landesjägertages musizierenden Jagdhornbläsergruppen, wie der Jagdmusik Burg Seebenstein und der JHBG Heinis Ruh am späten Nachmittag.

Fotocredit: NÖLJV/Christian Bissuti/Abdruck Honorarfrei                                            

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Niederösterreichischer Landesjagdverband           

Dr. Peter Lebersorger             

Tel.: 01/ 405 16 36 – 0

e-mail: jagd@noeljv.at

 

 

WalschPR

Dr. Gabriela Walsch

Tel.: 0664/420 14 72

e-mail: walschpr@walschpr.at